Unsersonnenstromtour Sardinien 2.0

Was, der fährt keine 100 km weit?

Tag 1

Ja, der Nissan eNV 200 fährt mit 24kWh Akku unter Umständen keine 100 km mit einer Akkuladung. Muss er auch nicht; in unserem Alltag nicht und auf Langstrecke auch nicht.

Unsere diesjährige Urlaubsfahrt führt uns wieder nach Sardinien. Wir setzen an unseren Roadtrip von 2022 an und wollen einen weiteren Teil dieser italienischen Insel entdecken. Da wir ja im Urlaub und nicht auf der Flucht sind, gehen wir das ganz entspannt an. Den einzigen Termin, den wir halten müssen, die Fähre von Livorno nach Olbia und nach 14 Tagen wieder zurück.

Da sich in unserer Region ein großes Regentief angekündigt hat, welches von Norditalien hochzieht, hat sich Frank entschlossen, am frühen Freitagabend loszufahren. Auch haben wir den Plan über Bord geschmissen in Österreich einen Zwischenstopp auf einem Campingplatz einzulegen. Der Regen begleitete uns ab Franken bis kurz vor Bozen. Keine Lust im strömenden Regen zu Campieren.

In Deutschland fuhren wir 6x Aral Pulse und einmal Fastnet zum Laden an. Das klappte super. Jeweils 15-30 Minuten dauerte so ein Ladevorgang. Zuverlässig klappte das freischalten und Laden.

In Österreich erreichte uns der Höhepunkt des Regentiefs. Das Nasswerden beim Ladevorgang ist ja nicht so schlimm, aber wenn der Lader nicht funktioniert, nervt es dann schon. Vor der Ladestation breitete sich eine Riesenpfütze aus, sodass Frank von links und ich von rechts breitbeinig stehend, die Säule und den Stecker bedienten. Nach mehrmaligen Versuchen stellten wir uns an die benachbarte Säule, die aber nur AC- (also Wechsel-) strom lieferte und es damit nicht so schnell gehen sollte. Die Ladung war dort unbedingt nötig um zum nächsten Lader vor der Brennerautobahn zu kommen. Bergauffahren kostet Reichweite. Genervt beschlossen wir  hier 2 Stunden die Augen zuzumachen. Wir haben ja unser Bett hinter den Vordersitzen und mussten nur hinter krabbeln. Hat aber auch gut getan. In der Morgendämmerung brachen wir auf und kamen so zum nächsten funktionierenden Schnelllader. Frühstück dort und 20 Minuten später waren wir wieder unterwegs.

Am Plessi Museum auf dem Brenner ist ein allseits bekannter Ladepunkt. Wir haben dort schon mit dem Tesla am Supercharger und auch vor 2 Jahren mit dem Minicamper geladen. Dieses Mal gab’s zwei neue Schnellladesäulen. Der Irrsinn, wenn man zuvor schon etliche Male an den Säulen mit RFID Karte den Ladevorgang freigeschalten hat, hier gab es in der Mitte der beiden Lader ein Terminal um sich mit der Kreditkarte zu legitimieren. OK, wieder mal was Neues. Man lernt eben nie aus. Aber wenigstens gab es keine Abzocke beim Ladepreis. 0,43€ waren es, also recht preiswert. So eine Ladesituation kam uns dann nochmal.

Was ich überaus super finde, es gab die gesamte Strecke Chademolader. In Deutschland erhält Aral Pulse diesen Stecker und in Italien wird beim Austausch von alten Säulen, dieser Standard beibehalten oder sogar 2 Ladesäulen damit errichtet. Es gibt noch genügend Fahrzeuge mit diesem Ladeanschluss, und diesen beizubehalten, erlaubt, dass diese Autos auch lange nutzbar bleiben.

Um dem Regen zu entkommen wollten wir erst am Gardasee unser Campingquartier aufschlagen und wir peilten einen bekannten Platz an, den wir mit unserem Tesla 2020 besuchten. So stehen wir jetzt in zweiter Reihe mit Blick zum Wasser am Ufer des Sees und genießen bei 24°C das italienische Flair unter Olivenbäumen mit Wellenrauschen. Morgen ist nochmal abhängen angesagt, bevor es am Montag 300km zum Fährhafen in Livorno weitergeht.

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