Gestern brachen wir Richtung Süden auf. Frank hat in Komoot ein paar Touren ausgesucht, welche selektiert und nicht alle gelaufen werden. Auf dem Weg planten wir einen Zwischenstopp in Orgosolo.
Banditendorf Orgosolo…
so wird das Dorf genannt. In den letzten Jahrzehnten ist dort immer mal etwas passiert. Wir laßen es erst nach unserem Besuch und fühlten uns eigentlich ganz wohl. Auch hier verwendeten wir die KomootApp, um möglichst eine Route abzulaufen, bei der wir viele der Wandmalereien sehen konnten. Die Bilder zeigen soziopolitische Themen und sind heute aktueller denn je, auch wenn sie teilweise aus den 60ern stammen. Hier zum Nachlesen
Schweinerei
Nun waren wir ja einmal weg von der Küste, halb in den Bergen. Unsere Route führte uns schon um den Berg Supramonte. Bei Park4night schauen wir immer mal wieder nach Plätzen zum Übernachten. Da tauchte unweit von Orgosolo ein Wohnmobilstellplatz auf. Wie sich herausstellte, ist es ein Restaurant, wo man nach 17:00 Uhr übernachten darf.
So fuhren wir noch ein kleines Stück höher. An der Einfahrt zum Grundstück begegnete uns gleich mal eine Horde halbwilde Schweine. Sie leben, freigelassen von den Bauern, und werden nur zum Schlachten gefangen. Schon witzig diese Tiere so über die Straße laufen zu sehen. Wir kamen an und der Parkplatz war gut gefüllt. Sogar ein Reisebus stand da. Wir platzten mitten in eine Folklore Vorführung. Die Touris waren schon abgefüllt mit Spanferkel. Wie wir erfuhren, ist das das Tagesgeschäft hier. Wir sollten bis 17:00 Uhr warten und dann können wir uns einrichten. Mit wenig Infos aber schattigen Plätzen für Auto und uns richteten wir uns ein. Es gab einen Pool am Rande des Felsen, auf dem wir die Nacht verbrachten. Hier erfrischten wir uns und gingen 20:00 Uhr zum Abendessen. Wir bestellen jeder ein Menü und waren eigentlich nach der Pasta satt. Vom Ferkel blieb leider etwas über. Das gibt’s dann morgen. Zu Hause hätten wir so eine fette Schwarte niemals gegessen, zeigt aber, dass die Schweine genug, so wild lebend, zu Fressen finden. Es folgte eine warme Nacht. Kein Lüftchen ging hier oben.
Früh morgens packten wir zusammen, bezahlten unsere 25 EUR für die Nacht und fuhren wieder halb um den Berg. Unser Ziel, der Einstieg in die…
Gorropu Schlucht
10:00 Uhr öffneten Guides den Zugang und erklärten den Ablauf. Es sollten 1½ Stunden Abstieg absolviert werden, dann ist dort der Eingang zur Schlucht. Man hat unten die Möglichkeit sich für einen Jeep Shuttle zurück zu entscheiden. Das wollten wir auch wirklich dort entscheiden.
Der Abstieg war gut zu meistern. Immer mal wieder rollten die Steine unter unseren Füßen weg, aber wir waren recht trittsicher. Den Weg säumten Ginster, aber als Bäume, Salbei und Currykraut. Während des Weges kamen dann schon die Gedanken auf, dass wir den Weg 6km in der Hitze auch wieder zurück gehen müssen, und das auch noch bergauf.
Endlich erreichten wir das Tal. Wir wetteten noch, ob der Fluss Wasser führt, oder nicht. Es floss etwas. Herrlich diese Erfrischung. Badesachen an und rein. Zwischen riesigen weißen Steinen haben sich kleine Becken gebildet und da tauchten wir uns ins eiskalte Wasser. Am Eingang zur Schlucht bekamen wir noch mit einigen Anderen die Instruktionen. Es gab 3 Zonen. Grün und gelb war so machbar. Rot war dann für Kletterer. Bei manchen Touristen wunderte ich mich, wie die überhaupt hier her gekommen sind. Ein Pärchen war mit Hund, der jappste wie wild. Manche hatten Sandalen an. Wir kletterten über die vielen weißen Steine. Sie waren so glatt wie feinstes Mamor. Schwierig, wenn man den nächsten Stein erreichen möchte. Nicht springen! War die Anweisung. Zu Recht.
Vor uns lag das Tal. Eine 500 Meter hohe Wand stieg neben uns auf. Hier war kein Wasser mehr. Ein kühler Wind zog durch und wir verweilten auf einem der großen Steine.
Die Steine wurden dann immer größer und es war in der roten Zone überaus schwer Halt zu finden. Wir fügten uns. Zurück bei den Guides am Eingang stand nun die Entscheidung, den Jeep Transfer zu buchen. JA wir buchen. Sie forderten einen Namen und wir sollten noch erfahren, wie das läuft. Wir bekamen erklärt, wie wir laufen sollten. Nämlich auf der anderen Seite der Schlucht entlang. 45 Minuten, dann kommt ein Schild und dann weiter zum Jeep. Diese 45 Minuten hatten es in der sengenden Hitze in sich. Aber doch war es der einfachere und kürzere Fußweg. Es folgten noch 2 Schilder. Die Kilometerangaben fraglich. Dann überquerten wir den Fluss und nochmal bergauf und dann waren wir angekommen. Eine Wartezone, wo wir vielleicht 20 Minuten saßen und erst einmal durchatmen konnten. Ein Pärchen wollte nicht warten und lief schon mal los. Unser Getränkevorrat hat gerade so gereicht, obwohl wir mehr hätten trinken sollen. Plötzlich tauchte ein Jeep auf. Der Fahrer rief die Namen, die wir angegeben hatten, auf und wir waren gleich mit dabei. Zu neunt fuhren wir straff bergauf, über unwegsames Gelände, bestimmt 20 Minuten. Unschaffbar das zu laufen, welches das Pärchen auch merkte. Sie wurden unterwegs eingesammelt.
Wir kamen oben auf dem Bergkamm mit dem Jeep an. Da hatten wir vor 2 Jahren schon einmal über die Tour gelesen. Hier tranken wir ein neues eiskaltes Wasser. Erstaunlich, wie schnell man sich erholt. Es folgte ein Umstieg in den nächsten Shuttle. Der brachte uns nun zum Ausgangspunkt, zum Auto .
Uns blieb jetzt nur noch ins Tal zu rollen. Kaum Akkuverbrauch. Nun sind wir einen Campingplatz weiter als vor 2 Jahren. Schon wieder begegnet uns die Frage nach der ACSI Card. Frank hat sie jetzt gebucht. Wir stehen ja nicht frei. Wenn man so etwas sparen kann. Probieren wir aus.
Schluss für heute. Das Ichnusa wird warm!










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