Unsersonnenstromtour Sardinien

Siesta im eigenen Garten #unsersonnenstromtoursardinia Tag 19 und 20

48 Stunden nach meinem letzten Blog liegen wir faul auf der Hollywoodschaukel und im Strandkorb. So schnell geht’s; erst den Silberhochzeitstag in Sardinien verbringen und 2 Tage später genießt man wieder den eigenen Komfort.

Bewusst hatte ich den Fährtermin nach dem 14. Juni gebucht, nach unserem 25jährigen. Und so machten wir uns von nordöstlich gesehen auf den Weg wieder nach Olbia. Wir machten noch paar Einkäufe und schlenderten durch die Altstadt. Nachmittag besuchten wir das archäologische Museum, in dem es um die Geschichte der Stadt und Sardinien geht. Funde aus der Steinzeit, Nuraghe-Geschichte, alles sehr interessant. Auch wie sich unterschiedliche Völker immer wieder die Insel vereinnahmten und so die Geschichte auch der Einwohner sehr prägte. Man hat dabei gut gesehen, dass sich Kulturen immer bewegt haben und ihre Einflüsse das Heute darstellen. Warum sollte das jetzt zu unserer Zeit auf einmal anders sein?

Pünktlich 18:00 Uhr, weit vor der Abfahrt, 22:30 Uhr, befanden wir uns dann auf dem Hafengelände. Es blieb Zeit im Auto noch etwas zu essen. Und dann begann das Verladen der Autos. Viele Rückreisende mit allen möglichen Gefährten verschwanden im Rumpf des Schiffes, der Grimaldi Line. Wir hatten auch für diese Fahrt die blöden PullmanSitze. Die wollte ich diesmal nicht wieder und so platzierten wir uns mit unserem Schlafsack auf einem der Loungesofas. Frank schaute sich dann noch etwas auf dem Schiff um, und so landeten wir doch wieder in einem Raum mit diesen Sitzen. Aber diesmal gab es Beinfreiheit, bequemere Sitze, weniger Leute und keine Schnarcher. So dämmerten wir die 9 Stunden in dem mit blauem Licht beleuchteten Raum. Früh wird man ja dann geweckt. Wie auch in einem Flugzeug kann man die Ansagen der Crew gar nicht verstehen, weil sie sich dem Mund mit trockenem Kuchen vollgestopft haben 🤣. Aber es war an der Zeit aufzustehen. Das italienische Festland hatte uns wieder.

Da wir unser Auto vor der Abfahrt von Olbia voll geladen hatten, konnten wir gleich durchstarten. Die Route sollte diesmal über Florenz, Bologna gehen. Mit Chademo-Schnellladern sah es gar nicht so schlecht aus. Der Nachteil ist, dass man immer, von der Autobahn runter muss um den Lader zu erreichen. Das heißt in Italien auch immer durch die Mautstation. Das kostet Zeit. Vor allem bei dem hohen Verkehrsaufkommen staut sich das und nervt. Wir planten recht kurze Abstände zwischen den Ladungen, weil wir uns nicht sicher waren, ob wirklich alle funktionieren. So hatten wir genug Reichweite übrig, um zu einem anderen zu fahren. Nicht alle zeigen den IST Zustand in unserer App an, ob gerade jemand lädt, und so passierte es auch.  An einem Standort war ein Lader defekt und daneben am anderen stand ein ID3. Die beiden Damen kamen nach 10 Minuten vorbei um nach dem Ladestand zu sehen. Ja sie müssen noch weit fahren und er muss 100% haben. Wir sagten nicht, dass wir noch 800km vor uns hatten, lächelten milde und fuhren weiter. Frank hatte noch einen Lader in 15km Entfernung gesehen. Auf dem Weg dahin las er, dass es sich um einen firmeneigenen handelte. Schwitz! Ein englischsprachiger Anruf kostete etwas Überwindung, aber wir durften nach Anmeldung am Firmeneingang laden. Es gesellten sich drei Mitarbeiter zu uns. Einer übersetzte italienisch-englisch und sie starteten die Ladung. Wir sollten nichts bezahlen und zum weltbesten Kaffee wurden wir auch noch eingeladen. Wie wir nämlich feststellten, war es eine Manufaktur für Kaffee- also Espressomaschinen. Das war überaus nett. Eine super Firmenkultur haben wir in der kurzen Zeit mitbekommen. Bewerbung ist raus 😂

Weiter ging es in der Hitze. Schon früh am Tag über 30°C. Da wir ja einmal im Hinterland waren, führte uns das Navi nicht sofort auf die Autobahn, sondern durch kleine Örtchen, Berg und Tal. Frank wollte ja Metern, ich nicht, so hatten alle was davon. Die Hitze machte nicht nur uns zu schaffen. Die Schnelllader stehen ausnahmslos in der Sonne, ohne Überdachung. Die Displays sind kaum zu erkennen und Kühlung bei der Ladung; Fehlanzeige. So ging das dann immer Mal. Das Auto, unser Minicamper, machte alles mit. Einen Rapidgate konnten wir nicht wirklich feststellen. Ein halbe Stunde maximal laden, vielleicht war es das eine Mal etwas länger, aber da haben wir beim Schweden Polpette (Köttbullar) gegessen.

Am Gardasee vorbei kümmerte ich mich um eine eventuelle Übernachtung in Südtirol. Aber nach 5 Anrufen habe ich das aufgegeben, da alles ausgebucht. Auf der Autobahn sahen wir dann Schilder, dass die LKWs ab die Nacht nicht nach Österreich fahren durften- Feiertag. Dann war das irgendwie einvernehmlich, dass wir die Nacht fahren werden. So war das dann sehr entspannt. Es wurde kühler, die Lader funktionerten, beim Laden kurz die Augen zu gemacht (wir können ja liegen hinten). So ging das dann durch. Es wurde früh und in Münchberg haben wir das letzte Mal geladen und saßen ca. 10:00 am Frühstückstisch.

Insgesamt sind wir über 3000km gefahren je 1000km zur Fähre und nach Hause und 1000km auf Sardinien. Die Ladevorgänge habe ich nicht gezählt. Da waren auch Ladungen auf Campingplatz und Agriturismo dabei. Was schon abgerechnet wurde liegt so bei 150,-€. Es wird an Stromkosten 200,-€ nicht übersteigen. Diesen Roadtrip möchte ich nicht missen. Wir haben wieder alles mitgemacht beim Laden😂: Stecker geht nicht raus oder nicht rein; Ladung startet nicht oder bricht vorzeitig ab. Welche App zum Freischalten? Ach eigentlich war es wie üblich, normal für uns. Manchmal ist man ja auch bissel deppert. An Apps und Ladekarten hatten wir alles dabei, was gängig ist. EnelX ist ja schon vorherrschend, gepflegt werden muss die Infrastruktur halt. Auch in Foren sollten Nutzer die Ladeergebnisse festhalten, so ist man gut informiert. Alles in allem hat es aber gepasst. Selbst auf Sardinien kommt man mit unserem kleinen Akku durch.

Jetzt sind wir wieder da. Sehen, dass bei uns das Gewachsene auch ziemlich trocken ist, schlimm. Der Alltag wird uns langsam wieder einnehmen. Die eMoT Organisation steht an und viele kleine Dinge, die uns in unserer Ehe begleiten werden.

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