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50+ und wieder Schülerin – warum ich noch einmal neu anfange

Die erste Woche ist geschafft. Erleichtert schreibe ich „geschafft“. Eine Woche ohne Montag, still sitzen, zuhören, verstehen, merken, lernen. Das mag in der Schule normal sein, mit 50+ nicht mehr ganz so. Und gerade ich, schon eher aktiv und nicht so für’s Rumsitzen.

Die Woche ohne Montag

Der 01.09.2026, wie früher. Da war immer an diesem Tag Schulbeginn. Für mich nun auch wieder. 10-11 Monate liegen nun vor mir. Diese Schulzeit verbringe ich als Quereinsteigerin bei Agilis in Ausbildung zur Triebfahrzeugführerin.

Schon wieder Veränderung

Ja, schon wieder. Warum auch nicht? Es war ganz allein meine Entscheidung. Die letzten 3 Jahre war ich als Verkaufsberaterin für Autos tätig. So schrieb ich das vor 3 Jahren Meine letzte Firma ermöglichte mir den Quereinstieg, setzte Vertrauen in mich. Ich kam da auch gut zurecht. Ich war in meiner Welt, konnte Menschen Elektromobilität und alles was damit zusammenhängt, näherbringen. Habe unter anderem Elektroautos verkauft, auch an Kunden, die erst ganz andere Prämissen hatten. Also alles perfekt.

Darüber habe ich in weiteren Blogbeiträgen nichts geschrieben.

Es lief, ich habe gelernt, beraten, verkauft. Ich war bestimmt keine top Verkäuferin, ich bin sehr ehrlich und beriet die Kunden, wie ich es selbst gern gehabt hätte. Aber es zehrte an mir. Ich mache alles gern gleich sofort und möchte es auch gern gleich sofort fertig haben. Es gab viele Dinge auf die ich keinen Einfluss hatte und ich habe es auch noch immer nicht gelernt da drüber zu stehen. Das bin eben ich ich.

Irgendwie merkte ich nach einiger Zeit, dass mich auch noch Anderes interessierte. Ich merkte, dass ich während der Arbeit auch gern mal draußen bin. Ich merkte auch, dass ich mal Abstand zu fordernden Kunden brauchte. Und wenn man zu viel mit nach Hause nimmt, braucht’s einen Tapetenwechsel.

So kam ein doch emotionaler Abschied in meinem Autohaus. Danke an meine lieben Kollegen. Ihr fehlt mir.

Die Bewerbungszeit…

… war kurz. Schon bald nach meiner Bewerbung kam die Rückantwort von Agilis. Bewerbertag, ärztliche Untersuchung, psychologischer Test, alles lief durch. Und ich machte meine Entscheidung abhängig davon, wie ich durch diese Tests durchkam. Alles passte und dann sagte ich zu.

Ich kann sagen, dass es leichter fällt, eine Anstellung hinter sich zu lassen, wenn man das schon einmal gemacht hat. Es hat etwas befreiendes, leichtes und man fühlt sich eben frei in seinen Entscheidungen. Auch wenn ich nun wieder ganz klein anfange und auch einen riesen Respekt vor der Ausbildung habe, traue ich mich nun mit 13 anderen (nur Männer) diesen Weg zu gehen.

Diese erste Woche…

hat sich so klein angefühlt. Ich bin ja völlig unbedarft (okay Frank ist Fahrdienstleiter) mit den Thema Eisenbahn. Ich kenne keine Loks, Signale, Zeichen, Begriffe. Unser erster Besuch auf dem Bahnhof zwischen Gleisen und Zügen, ein Highlight der Woche. Aber auch ein kleines Highlight im Pausenraum der Lokführer, als sie uns fragten, wie weit wir sind: „die erste Woche“ . Gelächter und Durchhalteparolen „Wir brauchen euch!“ Macht Mut, aber auch diesen Respekt vorm Lernstoff.

Ich bleibe dran. Bis zum Führerschein muss ich erst einmal kommen. Ich lerne wieder, jetzt nur auf mich konzentrieren und meinen Weg gehen.

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