Nachhaltiges Leben

Danke Kollege(in)

Heute ist es endlich vollbracht. Der Laufzettel beim Arbeitgeber ist abgearbeitet. Noch einmal sind wir durch die Gänge als Personal gelaufen. Ab morgen, ohne Chip zum Arbeitszeit erfassen und Türen öffnen, sind wir nur noch Gäste in dem Haus, wo wir 20 bzw 25 Jahre gearbeitet haben. Einige Wochen Abstand ließen uns es fast schon spüren Gast zu sein. Ein letztes Mal auf Kollegen treffen-leider ohne persönliche Ansprache, außer der Leitung. Sicher ist der Unmut groß weil wir auf Abstand gegangen sind. Wir haben uns und unsere Familie geschützt vor einem Zuviel von allem, haben die Notbremse gezogen.

Somit danke ich allen, die uns echt gemocht haben, die unsere Entscheidung verstehen. Ich wünsche allen zufrieden zu sein mit der eigenen Situation oder die Kraft zu haben es für sich selbst zu ändern. Man kann nicht jedem und allen helfen, ist die soziale Kompetenz auch noch so groß. Ich wünsche allen schöne Feiertage, passt auf euch auf. Allen Familien wünsche ich viel Kraft mit ihren pflegenden Angehörigen, die sich aufopfern bis es nicht mehr geht, mit Diensten, die keiner durchblickt, Überstunden und Stress. Es ist nicht leicht mit uns Pflegenden. Frag unsere Omi.

Wir teilen unsere Fürsorge unter der Familie, Freunden und zu Pflegenden auf. In dieser Reihenfolge muss es sein, leider. Aber es geht nicht anders. Wir sind auch nur Menschen mit Gefühlen, die auch mal am Rande von Verzweiflung sind. Davor haben wir uns geschützt. Jeder von uns allen weiß was es bedeutet das Spagat zwischen Familie und Arbeit zu meistern. Unsere Kinder sind jetzt „groß“ und wir trauen uns mal was FÜR uns zu machen. Wir schauen über den Tellerrand und werden sehen ob wir auch in einer anderen Suppe schlürfen können. Warum sollte man deshalb blöd angeguckt werden. Es gibt viele Patienten und Krankenhäuser. Wir trauen uns neu anzufangen. Wenn wir es nicht tun, fragen wir uns wahrscheinlich wie es gewesen wäre. „Hätte hätte Fahrradkette“ will ich nicht.

Ich denke diese Tage an alle die mich mochten auch an die, die mich nicht mochten; so bin ich halt; direkt und nicht hinterm Rücken. Danke für die schönen Zeiten. Sch… auf die blöden Zeiten.

  1. Gundula Weidner

    Liebe Andrea, lieber Frank,ich werde euch auf jeden Fall vemissen.Ihr ward sehr nette und engagierte Kollegen mit denen es immer Spaß gemacht hat, zu arbeiten. Andrea der Wirbelwind und Frank der Ausgeglichene .Ich kann verstehen, dass ihr neu anfangen wollt und wünsche euch dafür alles erdenklich Gute und dass es so wird, wie ihr es euch vorstellt!Ein bisschen enttäuscht war ich allerdings schon über euren Abgang. Du hast es ja im Blog erklärt Andrea,ich habe drüber nachgedacht und ich kann es jetzt vielleicht ein bisschen besser verstehen. Auf jeden Fall wünsche ich euch ein Frohes Weihnachtsfest mit all euren Lieben und ein gutes Neues Jahr 2021 mit dem perfekten Neustart!Bleibt gesund!Vielleicht sieht man sich ja mal!Alles Liebe von Gundl

  2. Sylvia Neupert

    Liebe Andrea , lieber Frank, ich wünsche euch von ganzem Herzen ein frohes und friedvolles Weihnachtsfest. Für euren Neustart wünsche ich euch beiden viel Glück . Ihr wart mir immer zwei Lieblingskollegen, sehr wertvoll im Team ich werde euch sicher vermissen. Ich hätte mich sehr gern noch mal mit euch unterhalten, ihr seid aber leider relativ flott durch getauscht. Aber vllt.trifft man sich mal außerhalb der Klinik. Ich würde mich freuen. Viele herzliche Grüße von Sylvia

  3. Diesen Wunsch nach Veränderung, nach Neuanfang kann ich sehr gut nachvollziehen. Manchmal muss man solche Entscheidungen treffen, um mit sich selbst und der Welt drumherum ins Reine zu kommen.
    „Ob es besser wird, wenn es anders wird, ist nicht gewiss. Aber wir wissen: wenn es besser werden soll, muss es anders werden.“ Einer meiner Lieblingssprüche.
    Viel Kraft, viel Gesundheit und ein schönes Weihnachtsfest!

    • Kommentar des Beitrags-Autors

      Viel besser würde es nur werden, wenn sich in der Pflege etwas ändern würde. Krankenhäuser privatisieren und/oder Gemeinden die das Krankenhaus kaum finanzieren können, Geld mit Pflege zu verdienen, ist nicht die Lösung. So unattraktiv der Pflegeberuf ist braucht es viel das zu ändern. Das fängt mit Wertschätzung an und hört beim Verdienst auf.

      • Auf jeden Fall! Es gibt Dinge, mit denen darf man kein Geld verdienen können! Krankenversorgung und Pflege gehören absolut dazu. Die Amerikanisierung des hiesigen Kapitalismus geht aber leider in eine andere Richtung.

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