Nachhaltiges Leben

Alles auf Anfang

Op-Schuhe im Gras

Ich habe gekündigt. Ich bin raus. So hätte ich den Blogtitel auch wählen können. Habe ich aber nicht. Ich werde positiv denken und genauso positiv neu anfangen.

Anders kann ich es aber leider nicht formulieren:

Ich bin raus aus der Pflege. Nach 32 Jahren traue ich mich, nicht mehr zu pflegen, nicht mehr da zu sein für hilfesuchende Menschen, fast bedingungslos Dienste zu machen, nicht mehr daran zu denken und auch gesagt zu bekommen, dass ich gebraucht werde. Sicher ist das die letzten 2,5 Jahre besser gewesen, nach unserem Wechsel. Aber jetzt am Ende dieser Zeit, sprich nach meiner Kündigung, stellte sich dann doch wieder das schlechte Gewissen ein, pflegende Kolleg*innen im Stich zu lassen. Mit diesem Gewissen schleppe ich mich schon Jahre herum.

Bestimmt werden solche Gedanken auch bleiben. Eigentlich bin ich kollegial und bringe mich ein, will unterstützen und natürlich den Sinn meiner Arbeit sehen- musste aber zum Schluss die Reißleine ziehen. Ich habe es geschafft, mich vom Pflegeberuf zu lösen.

Rückblickend war es ein Prozess.

Jedes Bewerbungsschreiben war ein Gedankenspiel zwischen „Kann ich das?“, „Wollen die überhaupt jemanden, wie mich?“. Aber diesen Prozess des Bewerbens hat es gebraucht. Ich musste mir ersteinmal klar werden was ich will. Darüberhinaus galt es aber auch meinen zukünftigen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass ich die Richtige für den Job bin. Die Personaler sehen in mir die Krankenschwester, und was sehen sie denn noch? Auf diesen Schreibtischen lag da nun meine Bewerbung, eine A4 Seite lang. Ein Versuch, zu erklären, dass ich neben Pflegeberuf und Mutterdasein doch auch noch mehr Interessen entwickelt hatte.

Schon während meiner Kindheit merkte ich, dass mich die Mobilität meiner Eltern interessierte. Damals, zu DDR-Zeiten, auch mit allen Höhen und Tiefen. So schrieb ich es bereits schon mal in einem Blogbeitrag.Was mit Autos habe ich beruflich aber dann doch nicht gemacht. Da überwiegte dann doch das Soziale. Da das Thema Auto Frank und mich ebenfalls begleitete, da jeder von uns eins benötigt und die auch immer funktionieren müssen, blieb das also weiterhin interessant. Besonders interessant wurde es ja dann mit dem Kauf unseres ersten Elektroautos. Damit begann einfach nochmal ein neues Level. Anders Autofahren, als es jemals war. Jetzt kümmern wir uns zusätzlich ja auch noch um die Ladeinfrastruktur. Seit dieser Zeit ist das Thema nochmal intensiver geworden.

Ich danke Frank…

… für unsere Verrücktheiten, die wir dadurch erlebten, die vielen Leute, die wir kennenlernten, und dass ich deshalb meinen neuen Job anvisiert habe. Ich habe mich dazu entschlossen, in der Automobilbranche einzusteigen. Quereinsteiger im Vertrieb Automobile mit Op-Erfahrung. Erste Hilfe in der Werkstatt könnte ich schonmal, muss ich hoffentlich nie.

Außerdem danke ich meinem neuen Chef, der meine Zukunft in seinem Unternehmen sieht. Ich werde mich reinknien, wie in so vieles und so schnell wie möglich fit werden für die Aufgaben, die anstehen. Mir ist bewusst, dass ich mit Autos mit Verbrenner-Antrieb zu tun habe, ABER nicht nur. Ich kann vielleicht dem Einen oder Anderen das Neue etwas näher bringen.

Ich werde später weiter berichten, wie es mir geht.

  1. Jens Taleikis

    Respekt für Deine Entscheidung.
    Ganz liebe Grüße, Jens 🔌🔋

  2. Mirko Jung

    Hallo Andrea, das war sicher keine einfache Entscheidung für Dich. Ich wünsche Dir viel Erfolg und auch viel Spaß im neuen, so ganz anderen Beruf. Viele Grüße aus Erfurt, Mirko 🙂

  3. Jan Radecker

    Viel Erfolg bei der neuen Aufgabe.

  4. Liebe Andrea! Du wirst es super machen mit deiner ruhigen, kompetenten und wissbegierigen Art, davon bin ich überzeugt.
    Viel Erfolg, Uta

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