eMoT Vogtland

Europatag zum 1. Mai

Wir 4

Elektroauto-Bullshit-Bingo in Anwendung

Das Euregio Egrensis hat uns eingeladen beim ersten Europatag in Reichenbach im Park der Generationen mitzumachen. Da Frank Hausaufgaben machen musste , saß kurzerhand meine Mutter am Steuer unseres Minicampers (Elektroautofahren ist ganz leicht) und ich fuhr das Model3. Uwe Gottschald und Kristin Günther mit Family haben sich uns angeschlossen und wir erlebten einen sehr abwechslungsreichen Tag. Abwechslungsreich war er deshalb weil uns viele neugierige und interessierte Menschen begegneten. Wir verkaufen ja nix und manche waren etwas irritiert, was wir hier machen. Aufklärung leisten und das war auch sehr nötig.

Vorbei kamen ein paar Elektromobilisten oder auch Elektromeister, die dachten ich könnte etwas bewirken, dass im Vogtland mehr Ladestationen errichtet werden. Ich sagte zum einen, dass wir deshalb hier sind. Um zu erklären dass das Eine ohne das Andere nicht geht. Also mehr Elektroautos brauchen auch mehr Infrastruktur. Einer hatte gehört, die regionalen Energieversorger meinen, sie hätten ja schon genug Ladestationen errichtet und es reicht jetzt erstmal. Auf der einen Seite auch richtig, weil andere Gewerke und Institutionen auch angehalten sind das Laden von Kunden, Mietern, Arbeitnehmern und Gästen zu ermöglichen. Da können wir direkt mit unserer Präsenz wirken; zeigen dass es sie gibt, die Elektromobilisten ohne eigene Wallbox, die auf eine öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen sind oder Touristen, die bei ihrer Übernachtung, oder Gäste die beim Essen, im Museum das Auto laden würden.

Dann gab es ganz viele, die ins Tesla-Auto schauten und total überfordert waren, „weil es ja da gar keine Knöpfe gibt“. „Mensch Leute, was schaltet ihr denn während der Fahrt so alles an den Knöpfen?!“ Ich erklärte ihnen dann, dass man doch alles vor der Fahrt einstellt. Alles was man dann noch braucht regelt sich über die zwei Scrollräder oder mit der Sprachsteuerung. Zack Ohren zu, Kopf zu, weitergegangen. Wie kann man denn sein Gehirn vor Neuem so verschließen? Eine Dame von einem Mercedesautohaus klagte auch darüber dass die eigenen Probefahrer dann ständig während der Fahrt auf dem Monitor rumdrücken. Dann sollten sie es ihnen mal richtig beibringen.

Es gab aber die Kids. Die setzten sich rein. Am Monitor tippen, lesen und verstehen, machen. Einer erklärte es seinen Eltern, ohne dass er schon mal live im Tesla saß. Cool. Die haben keine Scheu und probieren es aus. So soll es sein.

Dann wieder waren sehr interessierte Damen dabei. Sie saßen lang neben mir im Auto, stellten Fragen und hörten zu. Bedankten sich am Ende unseres Gesprächs für die Informationen. Elektromobilität ist doch weiblich 😉

Ganz gegen meine Meinung interessierte sich ein Berufs-LKW-Fahrer. Ich denke ja immer, dass das die Letzten sind, die privat auf Emobilität umsteigen. Aber auch er hatte viele Fragen zur Routenplanung, Supercharger, das Handling des Autos, die Einstellungen am Monitor.

Vorbei kamen auch Skeptiker, die provokante Fragen stellten, die unser vorbereitetes Elektroauto-Bullshit-Bingo erfüllten. Ich nahm die Behauptungen als Grundlage, ein Gespräch aufzubauen. Das war am Ende bei manchen doch sehr angenehm und manche blieben einfach bei ihrer Meinung. Auch OK. Uwe Gottschald sagte irgendwann mal: „Ihr kommt schon noch drauf“

Die uns bekannten Stammtischparolen johlten manche auch im Vorbeigehen. Eigentlich ganz lustig, sie mal zu beobachten. Ein Pärchen schaute sich unseren Tesla an und der Mann meckerte an den Spaltmaßen herum. Ich sah ihn an und sein Zahnstand hatte keine Spaltmaße sondern schwarze Zähne und große Lücken. Andrea, sag jetzt bloß nichts!!! Sie sagten dann noch, dass sie für sowas zu intelligent sind. Auch OK. Wieder andere liefen brabbelnd vorbei und meckerten über Tesla, aber auch, dass man da nirgends eine Probefahrt machen kann. Hä?

Für unseren Minicamper hatten manche Augen wegen dem Camperausbau. Der Nissan eNV200 fällt als Elektroauto auch nicht so auf. So kam manche Frage auf, ob der auch elektrisch ist. Nach Anschaffungspreis, auch als gebraucht, wurde gefragt. Ich sagte dann etwas provokant, dass wir den gebraucht für 11.000 € gekauft haben, ein Schnäppchen, weil den die Leute eh nicht kaufen wegen der Reichweitenangst. Der Akku sollte ja möglichst eine Kapazität von 1000 km haben und nicht so mickrige 24kWh. Danach erzählte ich dann von unserem Roadtrip nach Sardinien mit eben diesem Auto. Das überstieg dann wieder die Vorstellungskraft des Verbrennerfahrers.

Kristins Hyundai Kona und Uwes Smart #1 waren ebenfalls gut besucht. Kristin lockte mit Broschüren zum Energiesparen und vernetzte sich. So können die Leute später in Ruhe nochmal auf Social Media nachschauen, was wir meinen. Mit Uwe haben wir einen neuen Teilnehmer am nächsten eMoT gewonnen. Er beobachtete uns schon lange, stellte seinen ersten Fragen damals zur Schlössertour. Jetzt hat er es endlich geschafft und er ist sehr zufrieden mit dem neuen Smarti.

Mit der Leitung vom Euregio Egrensis habe ich gesprochen und in Erwägung gezogen vielleicht doch dieses Jahr das eMoT 2023 zu machen. Es wird was für uns Emobilisten und egal, ob es andere interessiert. Ihr dürft als gespannt sein.

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